Aktuelle Stellen: Sozialarbeiter

GWW Gemeinnützige Werkstätten und Wohnstätten GmbH

Betreuungshelfer (m/w/d)

  • Herrenberg, Böblingen
  • 24.09.2026
  • Vollzeit

Was macht man in diesem Beruf?

Soziale Arbeit setzt dort an, wo Menschen ihre Lebenssituation nicht allein bewältigen können oder Hilfe beim Zugang zu Rechten und Leistungen brauchen. Die Arbeitsfelder sind breit: Jugendamt und Allgemeiner Sozialer Dienst, Schulsozialarbeit, Beratungsstellen für ältere Menschen oder Menschen mit Behinderung, Suchthilfe, Wohnungslosenhilfe, Betreuungsvereine, Kliniksozialdienste und Migrationsberatung. Auch Behörden wie Sozial- und Inklusionsämter beschäftigen Fachkräfte, etwa in der Beratung zum Schwerbehindertenrecht.

Kern der Arbeit sind Beratung, Fallarbeit und Vernetzung. Dazu gehört, Bedarfe einzuschätzen, Hilfen zu planen, Anträge zu begleiten und mit Ärzten, Schulen, Gerichten oder Leistungsträgern zusammenzuarbeiten. In einigen Feldern, besonders im Jugendamt, tragen Sozialarbeiterinnen hoheitliche Verantwortung, zum Beispiel beim Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung.

Arbeitsalltag

Der Alltag besteht aus Gesprächen, Hausbesuchen, Hilfeplan- und Fallkonferenzen, Dokumentation und Verwaltungsarbeit. Der Anteil an Schreibtischarbeit ist oft höher als erwartet, da Hilfen begründet, beantragt und nachgewiesen werden müssen. Je nach Feld kommen Gruppenangebote, Projektarbeit oder Koordinationsaufgaben hinzu, etwa die Steuerung von Schul- und Kitabegleitungen.

Die Belastung ist vor allem psychisch: hohe Fallzahlen, emotionale Situationen, Konflikte und manchmal Bedrohungen im Kontakt mit Klientinnen und Klienten. Supervision und kollegiale Beratung sind in vielen Einrichtungen fester Bestandteil. Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, in Notdiensten, Wohngruppen oder Frauenhäusern gibt es Rufbereitschaft oder Schichtdienst. Projektstellen sind häufig befristet, weil sie aus Förderprogrammen finanziert werden.

Perspektiven

Der Fachkräftebedarf in der Sozialen Arbeit ist hoch, insbesondere in Jugendämtern, der Schulsozialarbeit und der Eingliederungshilfe. Durch das Bundesteilhabegesetz sind Beratung und Teilhabeplanung für Menschen mit Behinderung als Arbeitsfeld gewachsen.

Spezialisierungen sind über Weiterbildungen möglich, etwa in systemischer Beratung, Suchttherapie, Kinderschutz, Mediation oder Case Management. Mit Erfahrung folgen Team-, Bereichs- oder Einrichtungsleitungen. Ein Master eröffnet Zugang zu Leitungsfunktionen im höheren Dienst, zu Lehraufträgen oder zu Tätigkeiten in Planung und Sozialverwaltung.

Mit Schwerbehinderung in diesem Beruf

Soziale Arbeit ist überwiegend kommunikative und administrative Arbeit, die sich gut an unterschiedliche Einschränkungen anpassen lässt. Für Menschen mit Seh- oder Hörbehinderung gibt es Screenreader, Vergrößerungssoftware, Hörtechnik und Arbeitsassistenz. Hausbesuche und Außentermine lassen sich im Team verteilen oder mit Fahrdienst beziehungsweise Kraftfahrzeughilfe organisieren.

Viele Arbeitgeber sind Kommunen, Wohlfahrtsverbände und Kirchen mit Schwerbehindertenvertretung und Inklusionsvereinbarung. Wegen der psychischen Belastung sind verlässliche Supervision, eine begrenzte Fallzahl und klare Vertretungsregelungen wichtig; Teilzeit ist verbreitet. Eigene Erfahrungen mit Behinderung und dem Hilfesystem sind besonders in der Teilhabeberatung, etwa in der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB), fachlich gefragt.