Aktuelle Stellen: Erzieher

Was macht man in diesem Beruf?

Erzieherinnen und Erzieher sind pädagogische Fachkräfte für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Der größte Teil arbeitet in Kindertageseinrichtungen, viele aber auch im Ganztag an Schulen, in der offenen Kinder- und Jugendarbeit, in Wohngruppen der Erziehungshilfe oder in Einrichtungen der Eingliederungshilfe. Der Bildungsauftrag ist in den Bildungsplänen der Länder festgelegt: Sprache, Bewegung, soziales Lernen, Naturerfahrung und Selbstständigkeit gehören dazu.

Zum Beruf gehört mehr als Betreuung. Erzieherinnen und Erzieher beobachten und dokumentieren die Entwicklung, planen Angebote, führen Entwicklungsgespräche mit Eltern und arbeiten mit Frühförderstellen, Jugendämtern, Schulen und Therapeuten zusammen. In der Erziehungshilfe kommen Hilfeplanung, Krisenbegleitung und Elternarbeit unter schwierigen Bedingungen hinzu. Auch Kinder mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen werden in Regeleinrichtungen betreut, was zusätzliche Absprachen und teils medizinische Grundkenntnisse erfordert.

Arbeitsalltag

Der Tag in der Kita folgt einem festen Rhythmus aus Bringzeit, Frühstück, Angeboten, Freispiel, Mittagessen, Ruhephase und Abholzeit. Dazwischen stehen Konflikte, Trösten, Wickeln, Anziehen und viele kurze Elterngespräche. Vorbereitung, Dokumentation und Teamsitzungen sollen in der mittelbaren pädagogischen Arbeitszeit stattfinden, die im Alltag wegen Personalmangels oft knapp ausfällt.

Die Arbeit ist körperlich und psychisch fordernd: häufiges Bücken, Heben kleiner Kinder, Sitzen auf niedrigen Möbeln, ein hoher Geräuschpegel und die ständige Aufmerksamkeit für eine Gruppe. In der stationären Jugendhilfe kommen Schichtdienst, Wochenenddienste und Nachtbereitschaften hinzu. Teilzeit ist weit verbreitet, sowohl gewünscht als auch strukturell angeboten.

Perspektiven

Der Bedarf an pädagogischen Fachkräften ist bundesweit hoch, vor allem durch den Rechtsanspruch auf Betreuung und den schrittweise eingeführten Anspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter. Der Arbeitsmarkt ist entsprechend aufnahmefähig, auch für Quereinsteigende über anerkannte Zusatzqualifikationen.

Weiterentwicklung ist über Fachweiterbildungen möglich, etwa zur Fachkraft für Inklusion, Sprachförderung, Krippenpädagogik oder Praxisanleitung. Mit Erfahrung folgen stellvertretende Leitung und Kita-Leitung, später Bereichs- oder Trägerleitung. Ein Studium der Kindheitspädagogik oder Sozialen Arbeit, teils berufsbegleitend, eröffnet weitere Aufgaben in Fachberatung und Jugendhilfe.

Mit Schwerbehinderung in diesem Beruf

Die körperlichen Anforderungen lassen sich häufig durch Ausstattung und Organisation verringern: Wickeltische mit Treppe oder Höhenverstellung, ergonomische Erzieherstühle, schallabsorbierende Decken und eine Aufgabenverteilung im Team, bei der schweres Heben oder Außendienste wechseln. Bei Hörbehinderungen kommen Übertragungsanlagen und eine ruhige Raumakustik in Betracht, bei Sehbehinderungen angepasste Dokumentationssoftware.

Viele Träger sind öffentliche oder kirchliche Arbeitgeber mit Schwerbehindertenvertretung und etablierten Verfahren zur Arbeitsplatzanpassung. Das Integrations- bzw. Inklusionsamt berät und fördert technische Arbeitshilfen. Bei psychischen Belastungen helfen feste Pausen, reduzierte Gruppengrößen, ein klarer Dienstplan ohne kurzfristige Wechsel und bei Bedarf eine reduzierte Arbeitszeit. Eigene Erfahrungen mit Behinderung werden in inklusiven Einrichtungen häufig als fachliche Stärke wahrgenommen.