Aktuelle Stellen: Heilerziehungspfleger

Was macht man in diesem Beruf?

Heilerziehungspfleger unterstützen Menschen mit Behinderung dabei, ihren Alltag möglichst selbstbestimmt zu gestalten. Der Beruf verbindet pädagogische Begleitung mit Pflege. Dazu gehören Hilfe bei Körperpflege, Ernährung und Mobilität ebenso wie die Förderung von Selbstständigkeit, Kommunikation und sozialen Kontakten. Heilerziehungspfleger planen individuelle Förderangebote, wirken an der Teilhabeplanung mit und arbeiten mit Angehörigen, gesetzlichen Betreuern, Ärzten und Therapeuten zusammen. In manchen Einrichtungen liegt der Schwerpunkt auf Menschen mit zusätzlichen psychischen Erkrankungen oder herausforderndem Verhalten; dort spielen Deeskalation, feste Tagesstrukturen und enge Abstimmung mit psychiatrischen Diensten eine größere Rolle.

Arbeitsalltag

In Wohneinrichtungen und ambulant betreuten Wohnformen wird im Schichtdienst gearbeitet: Frühdienst mit Wecken, Pflege und Frühstück, Spätdienst mit Freizeitgestaltung und Abendroutine, dazu Nachtdienste oder Nachtbereitschaften sowie Wochenend- und Feiertagsdienste. In Werkstätten für behinderte Menschen und Tagesförderstätten sind die Arbeitszeiten dagegen meist werktags und tagsüber. Zum Alltag gehören das Begleiten zu Arztterminen und Behörden, das Anleiten bei Haushaltstätigkeiten, Gruppenangebote und Ausflüge. Ein fester Teil der Arbeit ist die Dokumentation, die zunehmend am Computer erfolgt. Medikamente werden nach ärztlicher Anordnung gerichtet und verabreicht. Körperlich belastend sind Transfers, Lagern und Unterstützung beim Gehen, besonders bei Menschen mit schweren Mehrfachbehinderungen. Psychisch fordernd sind Krisensituationen, aggressives Verhalten einzelner Bewohner und Personalengpässe, die zu Zeitdruck und kurzfristigem Einspringen führen können.

Perspektiven

Der Bedarf an Fachkräften ist hoch, viele Träger suchen dauerhaft Personal. Mit Berufserfahrung sind Gruppen- oder Bereichsleitungen möglich. Weiterbildungen gibt es etwa in Gerontopsychiatrie, Autismus, Unterstützter Kommunikation, Deeskalation oder Praxisanleitung. Über die Fachhochschulreife, die oft mit der Ausbildung erworben werden kann, steht ein Studium der Heilpädagogik, Sozialen Arbeit oder Inklusionspädagogik offen. Auch Wechsel in Schulbegleitung, Frühförderung, inklusive Kitas oder Beratungsstellen sind verbreitet.

Mit Schwerbehinderung in diesem Beruf

Die Anforderungen unterscheiden sich stark nach Einsatzbereich. In Wohneinrichtungen zählen Heben und Bewegen von Menschen, viel Stehen und Gehen, Schicht- und Nachtarbeit sowie schnelles Reagieren in Krisen. In Werkstätten, Tagesförderstätten oder Beratungsangeboten fallen Nachtdienste meist weg, und der pflegerische Anteil ist oft geringer. Hilfsmittel wie Patientenlifter, höhenverstellbare Pflegebetten, Gleitmatten und Aufstehhilfen entlasten den Rücken; sie sind in vielen Einrichtungen vorhanden. Für die Dokumentation am Bildschirm helfen Vergrößerungssoftware, Sprachausgabe oder Spracheingabe. Weil der Beruf viel Kommunikation verlangt, kann bei Hörbehinderung eine angepasste Teamkommunikation, etwa schriftliche Übergaben, wichtig sein. Das Integrations- bzw. Inklusionsamt fördert technische Arbeitshilfen und begleitende Hilfe im Arbeitsleben, die Agentur für Arbeit kann einen Eingliederungszuschuss zahlen. Viele Arbeitgeber in der Behindertenhilfe sind kirchliche oder öffentliche Träger mit Schwerbehindertenvertretung; öffentliche Arbeitgeber müssen schwerbehinderte Bewerber in der Regel zum Vorstellungsgespräch einladen.

Dieses Berufsprofil hat ein Sprachmodell (Claude) aus den Stellenanzeigen des Portals und allgemein zugänglichem Wissen erstellt. Es ersetzt keine persönliche Beratung, etwa durch die Agentur für Arbeit oder das Integrations- bzw. Inklusionsamt.