Aktuelle Stellen: Handwerker

Was macht man in diesem Beruf?

Handwerk ist ein Sammelbegriff für viele Ausbildungsberufe mit praktischem Kern. Im Stellenbestand finden sich vor allem Anlagenmechanikerinnen und Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK), Metallbauer, Fachkräfte für Rohr-, Kanal- und Industrieservice, Gärtnerinnen und Gärtner sowie Forstwirte. Gemeinsam ist diesen Berufen, dass Material bearbeitet, Anlagen montiert und instand gehalten und Schäden behoben werden. Dazu gehören das Lesen von Zeichnungen und Plänen, das Messen und Prüfen, die Auswahl passender Werkzeuge und Materialien sowie die Dokumentation der ausgeführten Arbeiten. Mit wachsender Erfahrung kommen Aufgaben wie Kundenberatung, Angebotserstellung, Koordination anderer Gewerke oder die Anleitung von Auszubildenden hinzu.

Arbeitsalltag

Der Alltag spielt sich je nach Gewerk in der Werkstatt, auf Baustellen, in Kundenobjekten oder im Freien ab. Im SHK-Bereich und im Service wechseln die Einsatzorte oft täglich, häufig mit Firmenfahrzeug. Viele Betriebe arbeiten mit Rufbereitschaft oder Notdiensten, gerade bei Heizungs- und Rohrbruchstörungen. Die Arbeit ist körperlich fordernd: Heben und Tragen, Arbeiten über Kopf, in Hocke oder Knien, auf Leitern und Gerüsten, bei Hitze, Kälte und Nässe. Hinzu kommen Lärm, Staub und je nach Tätigkeit Schutzausrüstung wie Gehörschutz oder Atemschutz. In größeren Organisationen, etwa bei Kommunen, Hochschulen oder Industrieunternehmen, sind die Arbeitszeiten oft planbarer als in kleinen Betrieben mit wechselnden Baustellen.

Perspektiven

Der Bedarf an Fachkräften ist hoch, besonders in der Gebäudetechnik durch Heizungstausch, Wärmepumpen und energetische Sanierung. Wer sich weiterbildet, kann die Meisterprüfung ablegen und damit einen Betrieb führen, ausbilden oder als Teamleitung beziehungsweise Gewerkekoordination arbeiten. Alternativ führt die Weiterbildung zur staatlich geprüften Technikerin oder zum Techniker in Richtung Planung, Bauleitung und technischer Innendienst. Auch der Wechsel in den Kundendienst, die Haustechnik großer Liegenschaften oder in Verkauf und Beratung beim Fachgroßhandel ist verbreitet und oft körperlich weniger belastend.

Mit Schwerbehinderung in diesem Beruf

Die körperlichen Anforderungen sind in vielen Gewerken hoch, und das sollte bei der Berufswahl ehrlich geprüft werden. Entscheidend ist weniger die Diagnose als die konkrete Tätigkeit: Ein Kundendienstmonteur mit Diagnosegerät hat andere Belastungen als ein Metallbauer auf der Montage. Viele Einschränkungen lassen sich ausgleichen, etwa durch Hebe- und Transporthilfen, höhenverstellbare Werkbänke, akkubetriebene und vibrationsgedämpfte Werkzeuge, Arbeiten im Team für schwere Montagen oder einen Einsatz überwiegend in Werkstatt, Vorfertigung oder Service statt auf der Baustelle. Das Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt kann solche technischen Arbeitshilfen fördern und berät über die Technischen Beratungsdienste direkt am Arbeitsplatz. Bei einer Verschlechterung der Gesundheit sind betriebliches Eingliederungsmanagement und ein Wechsel innerhalb des Berufsfelds, zum Beispiel in Planung oder Beratung, realistische Wege.