Aktuelle Stellen: Bank- & Versicherungskaufmann

Was macht man in diesem Beruf?

Das Berufsfeld umfasst Tätigkeiten bei Banken, Sparkassen, Versicherungen und Sozialversicherungsträgern. Bankkaufleute beraten Privat- und Firmenkunden zu Konten, Geldanlage und Finanzierung und bearbeiten Kredite im sogenannten Marktfolgebereich. Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen beraten zu Versicherungsschutz, bearbeiten Verträge und regulieren Schäden. Sozialversicherungsfachangestellte arbeiten bei Krankenkassen, Pflegekassen, der Rentenversicherung oder der Unfallversicherung: Sie beraten Versicherte, prüfen Ansprüche und entscheiden über Leistungen, zum Beispiel in der Pflegeversicherung. Daneben gibt es spezialisierte Tätigkeiten wie Risikomanagement, Prozessorganisation, Schulung von Anwendungen oder die Bearbeitung von Grundsatzfragen.

Arbeitsalltag

Der Alltag ist geprägt von Bildschirmarbeit mit Fachanwendungen, Kundenkontakt per Telefon, E-Mail oder im persönlichen Gespräch und der sorgfältigen Prüfung von Unterlagen. Gesetzliche und aufsichtsrechtliche Vorgaben spielen eine große Rolle: Beratungen müssen dokumentiert, Geldwäschevorschriften eingehalten und Leistungsentscheidungen rechtssicher begründet werden. Im Vertrieb von Banken und Versicherungen gibt es in der Regel Zielvorgaben für Abschlüsse. In der Sachbearbeitung bei Sozialversicherungen steht dagegen die korrekte Anwendung des Sozialrechts im Vordergrund, oft mit hohem Fallaufkommen. Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, in Filialen an Öffnungszeiten gebunden; Gleitzeit und Homeoffice sind in der Sachbearbeitung verbreitet. Regelmäßige Pflichtschulungen, etwa zu Geldwäscheprävention, Datenschutz oder neuen Produkten, gehören ebenso zum Berufsalltag wie Qualitätskontrollen durch interne Prüfstellen.

Perspektiven

Banken schließen seit Jahren Filialen, und viele Standardprozesse werden digitalisiert. Gleichzeitig suchen Institute Fachkräfte für Beratung, Kreditbearbeitung, Regulatorik, Risikomanagement und IT-nahe Aufgaben. Sozialversicherungsträger haben durch Altersabgänge einen hohen Personalbedarf und bieten meist sichere Arbeitsplätze. Weiterbildungen wie Bankfachwirt/-in, Fachwirt/-in für Versicherungen und Finanzen oder Sozialversicherungsfachwirt/-in sowie berufsbegleitende Studiengänge ermöglichen den Aufstieg in Spezialisten- und Führungsfunktionen.

Mit Schwerbehinderung in diesem Beruf

Die Tätigkeiten sind überwiegend Büroarbeit und körperlich wenig belastend. Hohe Anforderungen bestehen an Konzentration, Genauigkeit und den Umgang mit umfangreichen Regelwerken; im Vertrieb kommen Zielvorgaben und Kundengespräche mit Druck hinzu. Für Menschen mit Sehbehinderung ist entscheidend, ob die Fachanwendungen mit Screenreadern funktionieren; große Institute und Sozialversicherungsträger haben dafür oft Erfahrung und eigene Ansprechpersonen. Wer den Kundenkontakt reduzieren möchte, findet in Marktfolge, Leistungsbearbeitung oder Grundsatzabteilungen Alternativen. Sozialversicherungsträger sind öffentliche Arbeitgeber und haben meist Inklusionsvereinbarungen sowie eine aktive Schwerbehindertenvertretung. Kenntnisse im Sozialrecht aus eigener Erfahrung können in der Beratung von Versicherten ein Vorteil sein. Für Beratungsgespräche in der Filiale sind barrierefreie Zugänge und Beratungsräume wichtig; manche Institute bieten zusätzlich Video- oder Telefonberatung an, die sich ebenfalls als Arbeitsplatz eignet.