Aktuelle Stellen: Controller

Was macht man in diesem Beruf?

Controlling verbindet Rechnungswesen mit Steuerung. Controllerinnen und Controller planen gemeinsam mit den Fachbereichen Budgets, vergleichen Plan- und Istwerte, analysieren Abweichungen und bereiten die Ergebnisse für die Leitung auf. Sie bauen Kennzahlensysteme und Berichte auf, rechnen Investitionen und Projekte durch und kalkulieren Kosten und Preise.

Je nach Arbeitgeber gibt es Schwerpunkte: Beteiligungs- und Konzerncontrolling, Vertriebs- oder Produktionscontrolling, Personalcontrolling, Projekt- und Institutscontrolling in der Forschung oder Medizincontrolling im Krankenhaus, wo Abrechnung nach Fallpauschalen und Kodierqualität im Vordergrund stehen. Im öffentlichen Dienst verbinden sich Controlling und Haushaltswesen, etwa bei Finanzreferenten in Behörden und Hochschulen.

Arbeitsalltag

Der Alltag besteht aus Datenarbeit in ERP-Systemen wie SAP, in Business-Intelligence-Werkzeugen und vor allem in Excel, dazu aus Abstimmungen mit Buchhaltung, Fachabteilungen und Leitung. Monatliche Berichte, Forecasts, Budgetrunden und der Jahresabschluss geben einen festen Rhythmus vor, der in Planungs- und Abschlussphasen Spitzen erzeugt.

Neben Zahlenverständnis ist Kommunikationsfähigkeit gefragt: Ergebnisse müssen verständlich erklärt und manchmal gegen Widerstände vertreten werden. Die Rolle ist beratend, oft auch unbequem, wenn Budgets begrenzt oder Kosten zu hoch sind. Die Arbeit findet am Bildschirm statt, mobiles Arbeiten ist weit verbreitet. Im öffentlichen Dienst und in der Forschung kommen Besonderheiten wie Haushaltsrecht, Zuwendungsbedingungen von Fördermittelgebern und Verwendungsnachweise hinzu, die sorgfältige Dokumentation verlangen.

Perspektiven

Controlling ist in Unternehmen ab mittlerer Größe, in Kliniken, bei öffentlichen Einrichtungen und Forschungsinstituten fest verankert. Die Nachfrage ist stabil, besonders nach Fachkräften mit Kenntnissen in Datenanalyse, SAP und Automatisierung von Berichten. Einfache Routineauswertungen werden zunehmend automatisiert, analytische und beratende Aufgaben gewinnen an Gewicht.

Typische Entwicklungsschritte führen vom Junior- zum Senior-Controller, zur Leitung Controlling oder in die kaufmännische Leitung. Fortbildungen wie der Geprüfte Controller der IHK oder Zertifikate von Controller-Akademien sind verbreitet, im Medizincontrolling auch Weiterbildungen zur Kodierfachkraft.

Mit Schwerbehinderung in diesem Beruf

Controlling ist Bildschirm- und Kopfarbeit mit geringen körperlichen Anforderungen. Typische Anpassungen sind ergonomische Arbeitsplätze, mehrere große Monitore, Vergrößerungs- oder Screenreadersoftware sowie Spracheingabe. Anspruchsvoll für Screenreader-Nutzer sind komplexe Tabellen und Dashboards; hier helfen strukturierte Vorlagen, Schulungen und gegebenenfalls Arbeitsassistenz.

Belastend können Fristdruck in Abschluss- und Planungsphasen und viele Abstimmungstermine sein. Bei chronischen oder psychischen Erkrankungen helfen planbare Berichtszyklen, eine klare Vertretung und mobiles Arbeiten. Die Integrationsfachdienste und das Integrations- bzw. Inklusionsamt beraten Beschäftigte und Arbeitgeber bei der Gestaltung solcher Arbeitsplätze. Für den Einstieg nach Umschulung oder längerer Pause kann ein Arbeitgeber einen Eingliederungszuschuss der Agentur für Arbeit erhalten.