Aktuelle Stellen: Qualitätsprüfer

Was macht man in diesem Beruf?

Qualitätsarbeit gibt es in fast jeder Branche. In der Industrie prüfen Qualitätsprüferinnen und -prüfer Bauteile und Produkte mit Mess- und Prüfmitteln, protokollieren Ergebnisse und sperren fehlerhafte Ware. Im Qualitätsmanagement geht es stärker um Prozesse: Verfahrensanweisungen schreiben, interne Audits durchführen, Kennzahlen auswerten, Reklamationen bearbeiten und Zertifizierungen nach Normen wie DIN EN ISO 9001 vorbereiten. Im Stellenbestand finden sich außerdem verwandte Prüfberufe, etwa Qualitätsbeauftragte in der Pflege, Prüferinnen und Prüfer für Elektrotechnik bei Behörden oder Fachleute, die Verträge und Nachträge im Bauwesen prüfen. Allen gemeinsam ist der systematische Abgleich von Soll und Ist.

Arbeitsalltag

In der Fertigung verteilt sich die Arbeit auf Prüfplätze, Messräume und die Produktionslinie; sie kann im Stehen und in Schichten stattfinden. Typisch sind Sichtprüfungen, Messungen mit Messschieber, Koordinatenmessgerät oder Prüfsoftware sowie die Pflege von Prüfplänen. Im Qualitätsmanagement überwiegt Büroarbeit mit Dokumentation, Besprechungen, Schulungen und Audits bei Lieferanten oder in anderen Abteilungen. Dazu gehört, Abweichungen klar anzusprechen, auch gegenüber Kolleginnen und Kollegen aus Produktion, Pflege oder Einkauf. Konzentration über längere Zeit, sorgfältige Dokumentation und der Umgang mit Normtexten gehören zum Kern. Termindruck entsteht vor Audits, bei Kundenreklamationen und Zertifizierungen. In Pflege und Gesundheitswesen bedeutet Qualitätsarbeit vor allem, Pflegestandards, Hygienepläne und Beschwerdemanagement zu betreuen und die Einrichtung auf Prüfungen durch Medizinischen Dienst oder Heimaufsicht vorzubereiten.

Perspektiven

Qualitätsanforderungen steigen durch Regulierung, Produkthaftung und Lieferkettenpflichten, besonders in Automobil-, Medizin-, Luftfahrt- und Lebensmittelbranche sowie im Gesundheitswesen. Wer mit einer technischen oder pflegerischen Ausbildung startet, kann sich über Lehrgänge zur Qualitätsfachkraft, zum Qualitätsbeauftragten oder zum Qualitätsmanager sowie zum internen oder externen Auditor weiterentwickeln. Leitungsfunktionen im Qualitätswesen setzen meist ein Studium oder langjährige Erfahrung voraus. Branchenwissen, etwa zu IATF 16949 in der Automobilindustrie oder zu Medizinprodukten, erhöht die Chancen deutlich.

Mit Schwerbehinderung in diesem Beruf

Die Anforderungen sind überwiegend geistig: Genauigkeit, Konzentration und Kommunikationsfähigkeit. Körperliche Belastungen hängen vom Einsatzort ab; an Prüfplätzen in der Produktion können langes Stehen, Schichtarbeit und das Handhaben von Bauteilen dazukommen, im Qualitätsmanagement kaum. Bei Sehbeeinträchtigung sind Sichtprüfungen oft nur eingeschränkt möglich, digitale Messtechnik, Vergrößerungssysteme und Bildschirmlesesoftware können aber viele Aufgaben zugänglich machen. Für Menschen, die aus körperlich belastenden Berufen wechseln müssen, ist die Qualitätssicherung ein häufiger Anschluss, weil Fachwissen aus der Praxis direkt genutzt wird. Förderung und Beratung zu Hilfsmitteln bieten Integrationsamt, Agentur für Arbeit und Rentenversicherung.