Aktuelle Stellen: Chemielaborant

Was macht man in diesem Beruf?

Chemielaboranten untersuchen Stoffe auf ihre Zusammensetzung und Eigenschaften und stellen chemische Verbindungen her. In der Qualitätsprüfung kontrollieren sie, ob Rohstoffe, Zwischenprodukte und fertige Erzeugnisse den Spezifikationen entsprechen. Dazu bereiten sie Proben vor, führen Titrationen, Destillationen oder Extraktionen durch und bedienen Analysengeräte wie Gaschromatographen, HPLC-Anlagen, Spektrometer oder Viskosimeter. In Forschungs- und Entwicklungslaboren setzen sie Synthesen nach Vorschrift an, reinigen Produkte und optimieren Verfahren. Alle Schritte werden nachvollziehbar dokumentiert, häufig nach den Regeln der Guten Laborpraxis oder der Guten Herstellungspraxis.

Arbeitsalltag

Der Tag beginnt meist mit der Probenannahme und der Planung der anstehenden Prüfaufträge. Ein großer Teil der Arbeit findet an der Laborbank und am Abzug statt, ein weiterer am Bildschirm: Messdaten auswerten, Ergebnisse in Laborinformationssysteme eintragen, Prüfberichte erstellen. Dazu kommen Gerätewartung, Kalibrierung und das Ansetzen von Lösungen. Gearbeitet wird mit Gefahrstoffen, daher sind Schutzbrille, Laborkittel und Handschuhe Pflicht, und Sicherheitsvorschriften werden streng eingehalten. In Forschungslaboren und Behörden gelten meist Gleitzeit oder feste Tagdienste. In produktionsnahen Laboren, etwa in Chemieparks oder der Pharmaproduktion, wird häufig im Schichtdienst einschließlich Nacht- und Wochenendschichten gearbeitet, weil die Anlagen rund um die Uhr laufen und Proben zeitnah freigegeben werden müssen. Dort entsteht auch Zeitdruck, wenn eine Charge auf ihre Freigabe wartet.

Perspektiven

Fachkräfte werden in der chemischen und pharmazeutischen Industrie, in der Lebensmittel- und Kunststoffbranche sowie in Umwelt- und Auftragslaboren gesucht. Mit Berufserfahrung ist eine Spezialisierung auf bestimmte Analyseverfahren, Qualitätssicherung oder Validierung möglich. Weiterbildungen zum Industriemeister Chemie, zum staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Chemietechnik oder zur Fachkraft für Qualitätsmanagement eröffnen Leitungsaufgaben im Labor. Mit Hochschulreife oder über berufliche Qualifikation kann ein Studium der Chemie oder Verfahrenstechnik folgen.

Mit Schwerbehinderung in diesem Beruf

Die Laborarbeit verlangt längeres Stehen, sichere Feinmotorik beim Pipettieren und Wiegen, gutes Sehen etwa bei Farbumschlägen und Ablesen von Skalen sowie das Wahrnehmen von Warnsignalen. Gefahrstoffe und Schutzausrüstung setzen bestimmte Rahmenbedingungen. Vieles lässt sich anpassen: höhenverstellbare oder unterfahrbare Labortische und Abzüge, Stehhilfen, automatische Titratoren mit elektrochemischer Endpunkterkennung, Pipettierhilfen, Vergrößerungssoftware oder Sprachausgabe für Laborsoftware und optische oder vibrierende Alarmgeber. Der Anteil an Auswertung und Dokumentation am Bildschirm ist groß, was Spielraum für eine andere Aufgabenverteilung im Team bietet. Wer Schicht- oder Nachtarbeit nicht leisten kann, findet in Forschungs-, Behörden- und Hochschullaboren eher Tagdienste. Technische Arbeitshilfen fördert das Integrations- bzw. Inklusionsamt, bei der Einstellung kann die Agentur für Arbeit einen Eingliederungszuschuss zahlen. Die Schwerbehindertenvertretung unterstützt bei der Arbeitsplatzgestaltung.

Dieses Berufsprofil hat ein Sprachmodell (Claude) aus den Stellenanzeigen des Portals und allgemein zugänglichem Wissen erstellt. Es ersetzt keine persönliche Beratung, etwa durch die Agentur für Arbeit oder das Integrations- bzw. Inklusionsamt.