Aktuelle Stellen: Werkstoffprüfer

Was macht man in diesem Beruf?

Werkstoffprüfer stellen fest, ob ein Werkstoff oder Bauteil die geforderten Eigenschaften hat und frei von Fehlern ist. Sie entnehmen Proben, bereiten sie vor und prüfen sie nach Normen und Prüfanweisungen. Zu den mechanischen Verfahren gehören Zug-, Härte- und Kerbschlagbiegeversuche. In der Metallografie schleifen, polieren und ätzen sie Proben und beurteilen das Gefüge unter dem Licht- oder Rasterelektronenmikroskop. Bei der zerstörungsfreien Prüfung untersuchen sie Schweißnähte, Guss- und Schmiedeteile mit Ultraschall, Röntgen- oder Gammastrahlung, Magnetpulver, Farbeindringmitteln oder Wirbelstrom. Die Ausbildung gliedert sich in die Fachrichtungen Metalltechnik, Kunststofftechnik, Wärmebehandlungstechnik und Systemtechnik. Die Ergebnisse dokumentieren sie in Prüfberichten, die oft Grundlage für Freigaben, Zertifikate oder Schadensanalysen sind.

Arbeitsalltag

Der Arbeitstag folgt meist einem Auftragsplan aus Produktion, Entwicklung oder von externen Kunden. Im Labor wird an Prüfmaschinen, Trenn- und Schleifgeräten und Mikroskopen gearbeitet, ein Teil der Zeit entfällt auf Bildschirmarbeit für Auswertung und Berichte. Präzises, sauberes Arbeiten und das genaue Einhalten von Normen sind zentral, weil Fehler bei der Prüfung sicherheitsrelevante Folgen haben können. In Stahlwerken, Gießereien und großen Produktionsbetrieben wird häufig im Schichtdienst gearbeitet, damit Proben aus der laufenden Fertigung zeitnah geprüft werden. Wer in der zerstörungsfreien Prüfung bei Prüfdienstleistern tätig ist, arbeitet auch auf Baustellen, in Kraftwerken, an Pipelines oder Anlagen, teils in engen Räumen, in der Höhe, bei Kälte oder Hitze und mit Reisetätigkeit. Beim Umgang mit ionisierender Strahlung gelten strenge Strahlenschutzregeln, beim Ätzen wird mit Säuren und Chemikalien gearbeitet. Proben und Bauteile können schwer sein, an Maschinen wird oft im Stehen gearbeitet.

Perspektiven

Werkstoffprüfer werden in der Metall-, Stahl-, Automobil-, Luftfahrt- und Energiebranche sowie in Prüflaboren und Forschungseinrichtungen gesucht. Mit Zertifizierungen nach DIN EN ISO 9712 in einzelnen Verfahren der zerstörungsfreien Prüfung steigen die Einsatzmöglichkeiten und die Verantwortung, bis hin zur Prüfaufsicht. Aufstiegswege sind die Weiterbildung zum Techniker der Fachrichtung Werkstofftechnik oder zum Industriemeister, mit Hochschulzugang auch ein Studium der Werkstofftechnik. Spezialisierungen wie Schadensanalyse, Metallografie oder Qualitätsmanagement führen oft in Labore mit überwiegend Tagesarbeit.

Mit Schwerbehinderung in diesem Beruf

Die Anforderungen unterscheiden sich stark je nach Arbeitsplatz. Im Labor zählen vor allem gutes Sehen einschließlich Farbsehen bei der Gefügebeurteilung und bei Eindringprüfungen, Feinmotorik bei der Probenpräparation, längeres Stehen sowie Bildschirmarbeit. Im Außeneinsatz kommen Gehen auf unebenem Gelände, Steigen, Arbeiten in Zwangshaltungen, Reisen und oft ein Führerschein hinzu. Viele Hürden lassen sich durch Anpassungen verringern: höhenverstellbare Arbeitstische und Stehhilfen, Hebehilfen für schwere Proben, Mikroskope mit Kamera und großem Monitor, Vergrößerungssoftware oder Software mit Sprachausgabe für die Berichte. Die Kosten für technische Arbeitshilfen kann das Integrations- bzw. Inklusionsamt übernehmen, bei Einstieg oder Umschulung kommen Leistungen der Agentur für Arbeit oder der Rentenversicherung in Betracht. Laborstellen in Tagesarbeit, etwa in Forschungseinrichtungen oder bei öffentlichen Arbeitgebern, sind für viele eine gut planbare Alternative zum Schicht- oder Montageeinsatz.

Dieses Berufsprofil hat ein Sprachmodell (Claude) aus den Stellenanzeigen des Portals und allgemein zugänglichem Wissen erstellt. Es ersetzt keine persönliche Beratung, etwa durch die Agentur für Arbeit oder das Integrations- bzw. Inklusionsamt.