Aktuelle Stellen: Einkäufer

Was macht man in diesem Beruf?

Der Einkauf sorgt dafür, dass eine Organisation erhält, was sie braucht, zur richtigen Zeit, in der richtigen Qualität und zu angemessenen Kosten. Im operativen Einkauf werden Bestellungen ausgelöst, Liefertermine überwacht und Reklamationen bearbeitet. Der strategische Einkauf analysiert Märkte, wählt Lieferanten aus, verhandelt Rahmenverträge und entwickelt Beschaffungsstrategien, etwa zur Risikostreuung oder zur Nachhaltigkeit.

In Unternehmen wird zwischen direktem Einkauf, der Material für die Produktion beschafft, und indirektem Einkauf für Dienstleistungen, IT, Energie oder Büromaterial unterschieden. Im öffentlichen Dienst gilt das Vergaberecht: Leistungen werden je nach Wert national oder europaweit ausgeschrieben, Angebote nach festgelegten Kriterien gewertet und Verfahren rechtssicher dokumentiert. Besonders gefragt sind Fachleute für die Vergabe von Bau- und Planungsleistungen.

Arbeitsalltag

Einkäufer arbeiten überwiegend am Schreibtisch mit ERP-Systemen, Vergabeplattformen und Tabellen. Hinzu kommen Abstimmungen mit Bedarfsstellen, Verhandlungen mit Lieferanten, Bietergespräche und gelegentlich Besuche bei Lieferanten oder auf Messen. Im öffentlichen Einkauf nehmen die Erstellung von Leistungsverzeichnissen, Vergabevermerke und die Prüfung von Angeboten viel Zeit ein.

Termindruck entsteht durch Lieferengpässe, Preisschwankungen und Haushaltsfristen, etwa zum Jahresende. Die Arbeitszeiten sind meist regelmäßig, in international tätigen Unternehmen kommen Termine mit anderen Zeitzonen und Reisen hinzu.

Perspektiven

Seit den Lieferkettenproblemen der vergangenen Jahre hat der Einkauf in vielen Organisationen an Bedeutung gewonnen. Gesucht sind Fachleute mit Kenntnissen in Vergaberecht, Vertragsmanagement, Lieferkettengesetz und nachhaltiger Beschaffung. Im öffentlichen Dienst ist der Bedarf an Vergabefachleuten hoch, auch wegen umfangreicher Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung.

Entwicklungswege führen vom operativen in den strategischen Einkauf, zu Lead-Buyer- oder Warengruppenverantwortung und zur Einkaufsleitung. Fortbildungen wie der Geprüfte Fachwirt für Einkauf oder Zertifikate im Vergaberecht sind verbreitet.

Mit Schwerbehinderung in diesem Beruf

Die Arbeit ist vorwiegend Bildschirm-, Telefon- und Verhandlungsarbeit und stellt geringe körperliche Anforderungen. Anpassungen betreffen vor allem die Arbeitsplatzausstattung und die Barrierefreiheit der eingesetzten Software und Vergabeplattformen. Screenreader-Nutzer stoßen bei manchen E-Vergabe-Portalen und eingescannten Angeboten auf Barrieren; Arbeitsassistenz oder eine Aufgabenverteilung im Team gleichen das aus.

Reisen zu Lieferanten sind in vielen Stellen selten und lassen sich häufig durch Videokonferenzen ersetzen. Bei psychischen Belastungen durch Verhandlungs- oder Termindruck helfen klare Zuständigkeiten, planbare Vergabezeitpläne und mobiles Arbeiten. Kommunale und staatliche Vergabestellen sind öffentliche Arbeitgeber mit Schwerbehindertenvertretung.