Aktuelle Stellen: Vermessungsingenieur

Was macht man in diesem Beruf?

Vermessungsingenieure bestimmen mit Tachymetern, GNSS-Empfängern, Laserscannern und Drohnen die genaue Lage von Punkten auf der Erdoberfläche. Aus den Messungen entstehen Lagepläne, digitale Geländemodelle, Liegenschaftskarten und Geodatensätze. Typische Einsatzfelder sind die Bauvermessung, bei der Achsen und Höhen für Gebäude, Brücken oder Leitungen abgesteckt werden, die Trassierung von Straßen, Bahnstrecken und Leitungen, die Liegenschaftsvermessung mit Grenzfeststellungen und Teilungen sowie das Geodatenmanagement in Geoinformationssystemen. In Projekten koordinieren sie Messtrupps, prüfen Genauigkeiten, stimmen sich mit Planern und Bauleitern ab und dokumentieren die Ergebnisse rechtssicher.

Arbeitsalltag

Der Alltag teilt sich je nach Stelle zwischen Außendienst und Büro. Im Außendienst wird bei jedem Wetter gemessen, oft auf Baustellen, an Bahngleisen, an Straßen unter Verkehr oder in unwegsamem Gelände. Dazu gehört das Tragen von Stativ, Instrumenten und Lotstäben, längeres Gehen und Stehen sowie das Fahren zu wechselnden Einsatzorten, meist mit dem Dienstwagen. Bei Gleisvermessungen kommen Nacht- und Wochenendeinsätze in Sperrpausen vor, auf Großbaustellen Termindruck durch den Bauablauf. Im Büro stehen Bildschirmarbeit mit CAD-, Auswerte- und GIS-Software, Berechnungen, Plausibilitätsprüfungen und das Erstellen von Plänen und Berichten im Vordergrund. Stellen im Geodatenbereich oder in der Verwaltung sind überwiegend Büroarbeit mit geregelten Arbeitszeiten.

Perspektiven

Die Nachfrage ist hoch, weil Infrastrukturausbau, Bahnsanierung, Energiewende und Digitalisierung der Verwaltung viele Vermessungsleistungen erfordern und zugleich viele Fachkräfte in den Ruhestand gehen. Arbeitgeber sind Ingenieur- und Vermessungsbüros, Bauunternehmen, Bahn- und Versorgungsunternehmen sowie Vermessungs- und Katasterämter. Mit Berufserfahrung sind Projektleitung, Bauüberwachung oder die Leitung von Messtrupps möglich. Nach Master, Referendariat und Staatsprüfung stehen der höhere Dienst in der Vermessungsverwaltung und die Zulassung als Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur offen. Spezialisierungen in Laserscanning, Building Information Modeling oder Fernerkundung werden zunehmend gefragt.

Mit Schwerbehinderung in diesem Beruf

Die Anforderungen hängen stark vom Aufgabenschwerpunkt ab. Der Außendienst verlangt Gehen im Gelände, Heben und Tragen von Geräten, gutes Sehen beim Anzielen und Sicherheit im Straßen- und Gleisbereich, wo Warnsignale gehört werden müssen. Oft wird ein Führerschein erwartet. Die Auswertung, das Geodatenmanagement und die Arbeit im Katasteramt sind dagegen überwiegend Bildschirmtätigkeiten, die sich gut anpassen lassen. Hilfreich sind höhenverstellbare Arbeitsplätze, große Monitore, Vergrößerungssoftware, ergonomische Eingabegeräte und leichtere Instrumente wie GNSS-Rover statt schwerer Stativaufbauten. Das Integrations- bzw. Inklusionsamt fördert technische Arbeitshilfen und Arbeitsassistenz, die Agentur für Arbeit kann einen Eingliederungszuschuss zahlen. Wer den Außendienst nicht mehr leisten kann, findet über das Betriebliche Eingliederungsmanagement häufig einen Wechsel in Auswertung oder Planung. Öffentliche Arbeitgeber müssen schwerbehinderte Bewerbende nach § 165 SGB IX zum Vorstellungsgespräch einladen, sofern die fachliche Eignung nicht offensichtlich fehlt.

Dieses Berufsprofil hat ein Sprachmodell (Claude) aus den Stellenanzeigen des Portals und allgemein zugänglichem Wissen erstellt. Es ersetzt keine persönliche Beratung, etwa durch die Agentur für Arbeit oder das Integrations- bzw. Inklusionsamt.