Aktuelle Stellen: Sachbearbeiter Recht

Was macht man in diesem Beruf?

Sachbearbeiter Recht prüfen, ob Entscheidungen einer Behörde oder eines Unternehmens rechtlich Bestand haben, und vertreten diese Entscheidungen, wenn sie angefochten werden. Im öffentlichen Dienst geht es häufig um Sozialleistungen: In Jobcentern bearbeiten sie Widersprüche gegen Bescheide nach dem SGB II, in Familienkassen Einsprüche zum Kindergeld und Kinderzuschlag. Sie werten Akten aus, ermitteln fehlende Tatsachen, wenden Gesetze, Rechtsprechung und interne Weisungen an und entscheiden, ob einem Widerspruch abgeholfen wird oder ein Widerspruchs- bzw. Einspruchsbescheid ergeht. Kommt es zur Klage, erstellen sie Stellungnahmen für das Sozial- oder Finanzgericht und nehmen teilweise an Verhandlungen teil. Hinzu kommen Erstattungs- und Ersatzansprüche, Ordnungswidrigkeitenverfahren und Anzeigen bei Verdacht auf Leistungsmissbrauch.

Arbeitsalltag

Die Arbeit findet überwiegend im Büro am Bildschirm statt, zunehmend mit elektronischer Akte und Fachverfahren. Ein großer Teil des Tages besteht aus Lesen, Prüfen und Schreiben: Akten durchsehen, Rechtsgrundlagen nachschlagen, Bescheide und Schriftsätze formulieren. Rückfragen von Bürgern, Rechtsanwälten, Gerichten und Kollegen aus der Leistungsabteilung kommen telefonisch oder schriftlich hinzu. Gerichtliche und gesetzliche Fristen bestimmen das Tempo, und bei hohen Fallzahlen entsteht spürbarer Zeitdruck. Gelegentlich stehen Termine beim Gericht an, die eine kurze Anreise erfordern. Die Arbeitszeiten sind in der Regel regelmäßig, Schicht- oder Nachtdienste gibt es nicht. Viele Arbeitgeber, gerade Bundesagentur für Arbeit und Kommunen, bieten Gleitzeit, Teilzeit und mobiles Arbeiten an. Der Kontakt zu Menschen in schwierigen Lebenslagen kann belastend sein, wenn Widersprüche abgelehnt werden müssen.

Perspektiven

Rechtskundige Sachbearbeiter werden in Behörden mit hohem Antrags- und Widerspruchsaufkommen dauerhaft gebraucht, zumal viele Beschäftigte in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen. Mit Erfahrung ist der Wechsel in andere Rechtsgebiete wie Ausländer-, Wohngeld- oder Rentenrecht möglich. Weiterbildungen wie der Verwaltungsfachwirt oder ein berufsbegleitendes Studium öffnen den Weg in höher bewertete Stellen, etwa als Teamleitung einer Widerspruchsstelle, in der Prozessvertretung oder in Fachaufsicht und Schulung. Außerhalb des öffentlichen Dienstes gibt es ähnliche Aufgaben bei Krankenkassen, Versicherungen und in Rechtsabteilungen von Unternehmen.

Mit Schwerbehinderung in diesem Beruf

Körperlich ist die Tätigkeit wenig belastend: Schweres Heben und langes Stehen fallen kaum an, die Arbeit wird im Sitzen erledigt und lässt sich an einem höhenverstellbaren Tisch auch im Wechsel ausüben. Entscheidend sind dauerhafte Bildschirmarbeit, viel Lesen, sorgfältiges Formulieren, Konzentration über längere Zeit und der Umgang mit Fristen. Für Menschen mit Sehbeeinträchtigung helfen Vergrößerungssoftware, Braillezeile und Sprachausgabe, wobei die Fachverfahren und die elektronische Akte barrierefrei bedienbar sein müssen. Bei Hörbeeinträchtigung lassen sich Telefonate teilweise durch schriftliche Kommunikation ersetzen, für Gerichtstermine kommen Hörtechnik oder Dolmetscher in Betracht. Mobiles Arbeiten und flexible Arbeitszeiten erleichtern die Arbeit bei eingeschränkter Mobilität oder chronischen Erkrankungen. Ein Führerschein ist in der Regel nicht nötig. Da viele Stellen bei öffentlichen Arbeitgebern liegen, gelten dort besondere Pflichten gegenüber schwerbehinderten Bewerbern, und Schwerbehindertenvertretungen sind meist fest etabliert.

Dieses Berufsprofil hat ein Sprachmodell (Claude) aus den Stellenanzeigen des Portals und allgemein zugänglichem Wissen erstellt. Es ersetzt keine persönliche Beratung, etwa durch die Agentur für Arbeit oder das Integrations- bzw. Inklusionsamt.