Aktuelle Stellen: Doktorand

Was macht man in diesem Beruf?

Doktorandinnen und Doktoranden erarbeiten eine Dissertation, also eine eigenständige Forschungsarbeit, die neue wissenschaftliche Erkenntnisse liefert. Das Thema kann aus jedem Fach stammen: In den Wirtschaftswissenschaften geht es etwa um empirische Analysen von Märkten oder Unternehmen, in den Ingenieurwissenschaften um die Entwicklung neuer Verfahren, zum Beispiel für Kunststoffbauteile in Elektromotoren. Zur Promotion gehören Literaturrecherche, die Planung und Durchführung von Experimenten, Simulationen, Befragungen oder Datenanalysen, das Schreiben von Fachartikeln und die Vorstellung der Ergebnisse auf Tagungen. Am Ende steht die schriftliche Dissertation mit mündlicher Prüfung. Viele Promovierende sind zugleich wissenschaftliche Mitarbeitende und übernehmen Lehre, Betreuung von Abschlussarbeiten oder Aufgaben in Drittmittelprojekten.

Arbeitsalltag

Der Alltag wechselt zwischen Bildschirmarbeit, Laborarbeit oder Versuchsbetrieb und Besprechungen mit Betreuenden und Projektpartnern. In technischen Fächern stehen Messungen an Prüfständen, Anlagen oder im Labor an, teils mit Schutzausrüstung und körperlicher Tätigkeit. In Wirtschafts- und Sozialwissenschaften überwiegen Datenarbeit, Programmierung statistischer Modelle und Schreiben. Die Arbeitszeiten sind formal geregelt, faktisch aber oft unregelmäßig: Vor Abgabefristen für Anträge, Konferenzbeiträge oder Projektberichte entsteht Zeitdruck, Versuche laufen gelegentlich über den normalen Arbeitstag hinaus. Dienstreisen zu Tagungen und Projektpartnern gehören dazu, Auslandsaufenthalte sind häufig erwünscht. Verträge sind in der Regel befristet und an Universitäten oft als Teilzeitstelle ausgeschrieben, obwohl der tatsächliche Aufwand höher liegen kann. Ein großer Teil der Arbeit ist selbstorganisiert, was Freiheit bietet, aber auch Selbstdisziplin verlangt.

Perspektiven

Die Promotion öffnet den Weg in eine wissenschaftliche Laufbahn als Postdoc, Nachwuchsgruppenleitung oder Professur, wobei die Zahl unbefristeter Stellen in der Wissenschaft begrenzt ist. Außerhalb der Hochschule ist der Doktortitel vor allem in Forschung und Entwicklung der Industrie, in Chemie, Pharma, Medizintechnik, Unternehmensberatung, Wirtschaftsforschung und in höheren Positionen der öffentlichen Verwaltung gefragt. Industrienahe Promotionen in Kooperation mit Unternehmen erleichtern oft den direkten Übergang in eine Entwicklungsabteilung.

Mit Schwerbehinderung in diesem Beruf

Die Anforderungen hängen stark vom Fach ab. Fast immer gehören viele Stunden Bildschirmarbeit, Lesen großer Textmengen, Konzentration über lange Zeiträume und Präsentationen vor Publikum dazu. In Labor- und Technikfächern kommen Stehen, Heben von Bauteilen, Feinmotorik bei Versuchsaufbauten und das Ablesen von Messgeräten hinzu. Belastend können Zeitdruck vor Fristen, Reisen und die Unsicherheit befristeter Verträge sein. Gleichzeitig bietet die Promotion meist viel Spielraum bei Arbeitszeit und Arbeitsort, was sich gut an gesundheitliche Bedürfnisse anpassen lässt. Hilfreich sind Screenreader, Vergrößerungssoftware, Spracherkennung, höhenverstellbare Arbeitstische und Laborplätze, Hörtechnik für Besprechungen sowie Arbeitsassistenz etwa für Literaturbeschaffung oder Versuchsdurchführung. Das Integrations- bzw. Inklusionsamt fördert solche Hilfen bei bestehendem Arbeitsverhältnis. Für Promovierende mit Behinderung verlängert das Wissenschaftszeitvertragsgesetz die zulässige Befristungsdauer um zwei Jahre. Viele Promotionsordnungen sehen zudem Nachteilsausgleiche bei Fristen und Prüfungen vor.

Dieses Berufsprofil hat ein Sprachmodell (Claude) aus den Stellenanzeigen des Portals und allgemein zugänglichem Wissen erstellt. Es ersetzt keine persönliche Beratung, etwa durch die Agentur für Arbeit oder das Integrations- bzw. Inklusionsamt.