Aktuelle Stellen: Volljurist

Was macht man in diesem Beruf?

Volljuristen wenden Recht auf konkrete Fälle an. In Behörden wie der Zollverwaltung, Ministerien, Kommunen oder Sozialversicherungsträgern bearbeiten sie Widersprüche, erlassen Bescheide, prüfen Vorlagen auf ihre Rechtmäßigkeit und führen Prozesse vor Verwaltungs-, Finanz-, Sozial- oder Arbeitsgerichten. In Unternehmen und Banken arbeiten sie als Legal Counsel oder Syndikusrechtsanwalt: Sie entwerfen und verhandeln Verträge, beraten Fachabteilungen, achten auf die Einhaltung regulatorischer Vorgaben und begleiten Rechtsstreitigkeiten mit externen Kanzleien. Häufige Schwerpunkte sind Personal- und Arbeitsrecht, Vergaberecht, Steuer- und Zollrecht, Datenschutz sowie Bank- und Kapitalmarktrecht. Mit der Befähigung zum Richteramt stehen außerdem Justiz, Staatsanwaltschaft und Anwaltschaft offen.

Arbeitsalltag

Der Alltag findet überwiegend am Schreibtisch statt. Akten, elektronische Vorgänge, Gesetzestexte, Kommentare und Rechtsprechungsdatenbanken werden am Bildschirm gelesen und ausgewertet. Daraus entstehen Stellungnahmen, Vermerke, Schriftsätze und Vertragsentwürfe. Dazu kommen Besprechungen mit Fachabteilungen, Personalräten oder Vorgesetzten, Telefonate mit Gegenseiten und gelegentlich Termine vor Gericht, die Anreise erfordern. Im öffentlichen Dienst sind die Arbeitszeiten meist geregelt, Gleitzeit und mobiles Arbeiten sind verbreitet. In Unternehmen und Kanzleien sind Fristen, Transaktionen und Verhandlungen häufiger mit Zeitdruck und längeren Arbeitstagen verbunden. Schicht- oder Nachtarbeit gibt es in der Regel nicht, Fristen müssen aber zuverlässig eingehalten werden, was hohe Konzentration über lange Zeit verlangt.

Perspektiven

Der Bedarf an Volljuristen ist hoch, besonders in der öffentlichen Verwaltung, wo viele Stellen altersbedingt neu besetzt werden. Im Beamtenverhältnis beginnt die Laufbahn meist im höheren Dienst mit Aufstieg in Referatsleitungen oder Abteilungsleitungen. In Unternehmen führt der Weg zur Leitung der Rechtsabteilung oder zum General Counsel. Fachanwaltstitel, eine Promotion oder Spezialisierung in gefragten Gebieten wie Datenschutz, Kapitalmarkt- oder Arbeitsrecht verbessern die Aussichten. Die Examensnoten spielen vor allem beim Einstieg in Justiz und Großkanzleien eine große Rolle, in Verwaltung und Unternehmen zählen zunehmend auch Berufserfahrung und Spezialisierung.

Mit Schwerbehinderung in diesem Beruf

Die Tätigkeit stellt geringe körperliche Anforderungen. Entscheidend sind langes Lesen, intensive Bildschirmarbeit, sicheres Formulieren, Konzentration unter Fristdruck und Kommunikation in Besprechungen und vor Gericht. Weil die Arbeit weitgehend digital und ortsunabhängig ist, lassen sich viele Einschränkungen gut ausgleichen: Screenreader, Braillezeile und Vergrößerungssoftware für juristische Datenbanken, Spracherkennung für das Diktieren von Schriftsätzen, höhenverstellbare Tische und ergonomische Eingabegeräte sowie Hörtechnik für Besprechungen. Das Integrations- bzw. Inklusionsamt fördert technische Arbeitshilfen und kann eine Arbeitsassistenz finanzieren, etwa eine Vorlesekraft. Öffentliche Arbeitgeber müssen schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber nach § 165 SGB IX zum Vorstellungsgespräch einladen, sofern die fachliche Eignung nicht offensichtlich fehlt. Feste Arbeitszeiten in der Verwaltung, Teilzeit und Homeoffice erleichtern die Arbeit zusätzlich, und die Schwerbehindertenvertretung unterstützt bei der Abstimmung von Anpassungen.

Dieses Berufsprofil hat ein Sprachmodell (Claude) aus den Stellenanzeigen des Portals und allgemein zugänglichem Wissen erstellt. Es ersetzt keine persönliche Beratung, etwa durch die Agentur für Arbeit oder das Integrations- bzw. Inklusionsamt.