Aktuelle Stellen: Rechtsreferendar

Was macht man in diesem Beruf?

Das Rechtsreferendariat ist der praktische Teil der Juristenausbildung. Referendare lernen, Recht in echten Fällen anzuwenden: Sie schreiben Urteils- und Beschlussentwürfe, Anklageschriften, Bescheide, Schriftsätze und Gutachten. Die Ausbildung läuft in Stationen ab, die von Land zu Land leicht verschieden geregelt sind. Üblich sind eine Zivilstation am Amts- oder Landgericht, eine Strafstation bei der Staatsanwaltschaft oder einem Strafgericht, eine Verwaltungsstation in einer Behörde, eine längere Anwaltsstation sowie eine Wahlstation, die auch in einer Rechtsabteilung eines Unternehmens, bei einem Verband oder im Ausland abgeleistet werden kann. Daneben finden Arbeitsgemeinschaften mit Unterricht und Übungsklausuren statt.

Arbeitsalltag

Der Alltag wechselt mit der Station. Am Gericht bearbeiten Referendare Akten am Schreibtisch, oft zu Hause oder in einem Referendarzimmer, und nehmen an Sitzungen teil. In der Strafstation vertreten sie die Anklage selbstständig in Sitzungen beim Amtsgericht, was Auftreten vor Publikum verlangt. In Kanzlei und Rechtsabteilung geht es um Mandantengespräche, Vertragsprüfung und Schriftsätze, häufig mit festen Bürozeiten. Hinzu kommen wöchentliche Arbeitsgemeinschaften und die Vorbereitung auf das Examen, die in den letzten Monaten viel Zeit beansprucht. Der Zeitdruck ist hoch: Akten haben Fristen, und die schriftliche Prüfung besteht aus mehreren fünfstündigen Klausuren an aufeinanderfolgenden Tagen. Die Arbeit ist überwiegend Lese-, Schreib- und Bildschirmarbeit.

Perspektiven

Mit bestandenem Zweiten Staatsexamen ist die Befähigung zum Richteramt erreicht. Das öffnet den Weg in die Justiz als Richter oder Staatsanwalt, in den höheren Verwaltungsdienst, in die Anwaltschaft, in Rechtsabteilungen von Unternehmen, Verbänden und Versicherungen sowie in die Notariatslaufbahn. Die Examensnote beeinflusst die Chancen in Justiz und Großkanzleien stark. Viele Referendare arbeiten nebenbei als wissenschaftliche Mitarbeiter in Kanzleien und knüpfen so Kontakte für den Berufseinstieg.

Mit Schwerbehinderung in diesem Beruf

Die körperlichen Anforderungen sind gering; entscheidend sind langes Lesen, Schreiben und Bildschirmarbeit, Konzentration unter Zeitdruck, Sitzungsdienst mit mündlichem Vortrag sowie Wege zwischen wechselnden Ausbildungsstellen. Für Klausuren in der Ausbildung und im Examen sehen die Prüfungsordnungen der Länder einen Nachteilsausgleich vor, etwa Schreibzeitverlängerung, zusätzliche Pausen, einen eigenen Raum oder die Nutzung eines Computers. Der Antrag wird beim Prüfungsamt mit ärztlichem Nachweis frühzeitig gestellt. Am Ausbildungsplatz helfen Screenreader, Vergrößerungssoftware, Spracherkennung, digitale Akten und höhenverstellbare Tische. Die Stationen können oft so gewählt werden, dass Wege und Arbeitszeiten passen. Die Schwerbehindertenvertretung beim Oberlandesgericht oder der Ausbildungsbehörde ist Ansprechpartnerin für Fragen der Ausbildung.

Dieses Berufsprofil hat ein Sprachmodell (Claude) aus den Stellenanzeigen des Portals und allgemein zugänglichem Wissen erstellt. Es ersetzt keine persönliche Beratung, etwa durch die Agentur für Arbeit oder das Integrations- bzw. Inklusionsamt.