Aktuelle Stellen: Prozessmanager

Was macht man in diesem Beruf?

Prozessmanager sorgen dafür, dass Arbeitsabläufe in einer Organisation klar beschrieben, effizient und überprüfbar sind. Sie nehmen bestehende Geschäftsprozesse auf, zum Beispiel die Bearbeitung von Kundenanfragen, die Rechnungsprüfung, die Auftragsabwicklung oder den Betrieb von IT-Systemen. Diese Abläufe modellieren sie häufig in der Notation BPMN, suchen nach Schwachstellen wie doppelten Arbeitsschritten, Medienbrüchen oder langen Wartezeiten und entwickeln Verbesserungen. Oft gehört das Qualitätsmanagement dazu: Prozessmanager pflegen Verfahrensanweisungen, bereiten Audits nach ISO 9001 vor und werten Kennzahlen aus. In IT-nahen Stellen arbeiten sie an der Digitalisierung und Automatisierung von Abläufen und sind Schnittstelle zwischen Fachabteilung und Softwareentwicklung.

Arbeitsalltag

Der Alltag findet überwiegend im Büro oder im Homeoffice am Bildschirm statt. Ein großer Teil der Zeit entfällt auf Besprechungen und Workshops, in denen Prozessmanager mit Beschäftigten aus den Fachbereichen Abläufe erheben und neue Lösungen abstimmen. Dazwischen entstehen Prozessmodelle, Dokumentationen, Präsentationen und Auswertungen in Tabellenkalkulation, BI-Werkzeugen oder Prozessmanagement-Software. Viele Vorhaben laufen als Projekte mit festen Meilensteinen, sodass Projektplanung, Abstimmung mit Führungskräften und Berichtswesen dazugehören. Die Arbeitszeiten sind meist regelmäßig zur Tagesarbeitszeit, Schichtdienst ist selten. Zeitdruck entsteht vor Audits, Systemeinführungen oder Projektabschlüssen. Bei Unternehmen mit mehreren Standorten kommen Dienstreisen hinzu. Eine Belastung, die oft unterschätzt wird, ist der Umgang mit Widerständen: Veränderungen an gewohnten Abläufen stoßen nicht immer auf Zustimmung, was Geduld und Moderationsgeschick verlangt.

Perspektiven

Die Nachfrage ist stabil, weil Digitalisierung, Qualitätsanforderungen und Fachkräftemangel Organisationen dazu bringen, ihre Abläufe zu straffen. Gesucht werden Prozessmanager in Industrie, Banken und Versicherungen, bei IT-Dienstleistern, in Krankenhäusern und zunehmend in der öffentlichen Verwaltung, wo die Verwaltungsdigitalisierung viele Prozessprojekte auslöst. Mit Erfahrung ist der Weg zur Leitung eines Prozess- oder Qualitätsmanagements, zur Projektleitung oder in die Unternehmensberatung offen. Weiterbildungen in Lean Management, Six Sigma, ITIL oder als Qualitätsmanagementbeauftragter verbessern die Chancen. Wer sich mit Prozessautomatisierung und Datenanalyse auskennt, ist besonders gefragt.

Mit Schwerbehinderung in diesem Beruf

Die Tätigkeit stellt kaum körperliche Anforderungen. Es wird nicht schwer gehoben, und lange Wege oder dauerndes Stehen sind die Ausnahme, abgesehen von Prozessaufnahmen vor Ort in Lager oder Produktion. Zentral sind dagegen lange Bildschirmarbeit, viel Kommunikation in Besprechungen und Telefonaten sowie Phasen mit Termindruck. Für die Bildschirmarbeit helfen ergonomische Arbeitsplätze, große Monitore, Vergrößerungssoftware, Screenreader und Spracheingabe. Dabei ist zu prüfen, ob die eingesetzte Modellierungssoftware barrierefrei bedienbar ist. In Workshops unterstützen Live-Untertitel, Mitschriften, Gebärdensprachdolmetscher oder digitale Whiteboards, die auch aus der Ferne nutzbar sind. Weil viele Arbeitgeber Homeoffice und flexible Arbeitszeiten anbieten, lassen sich Pausen, Therapietermine und Belastungsspitzen oft gut einplanen. Das Integrations- bzw. Inklusionsamt fördert technische Arbeitshilfen und Arbeitsassistenz, die Agentur für Arbeit oder die Rentenversicherung übernehmen Leistungen zur Teilhabe, etwa bei einer Umschulung. Öffentliche Arbeitgeber müssen fachlich geeignete schwerbehinderte Bewerber zum Vorstellungsgespräch einladen (§ 165 SGB IX).

Dieses Berufsprofil hat ein Sprachmodell (Claude) aus den Stellenanzeigen des Portals und allgemein zugänglichem Wissen erstellt. Es ersetzt keine persönliche Beratung, etwa durch die Agentur für Arbeit oder das Integrations- bzw. Inklusionsamt.