Aktuelle Stellen: Systemingenieur

Was macht man in diesem Beruf?

Systemingenieure betrachten ein technisches Produkt als Ganzes. Ein Kommunikationssystem, eine Sensorplattform oder ein autonomes Navigationssystem besteht aus vielen Komponenten, die von unterschiedlichen Fachabteilungen und Zulieferern stammen. Systemingenieure sorgen dafür, dass diese Teile zusammenpassen und gemeinsam das leisten, was der Auftraggeber verlangt. Sie erfassen und strukturieren Anforderungen, entwerfen die Systemarchitektur, legen Schnittstellen fest und planen, wie das System integriert, getestet und abgenommen wird. Je nach Stelle liegt der Schwerpunkt stärker auf der Architektur, auf Integration und Verifikation oder auf der Qualitätssicherung.

Arbeitsalltag

Der größte Teil der Arbeit findet am Bildschirm und in Besprechungen statt. Systemingenieure arbeiten mit Werkzeugen für Anforderungsmanagement und modellbasiertes Systems Engineering, schreiben Spezifikationen, Testpläne und Nachweisdokumente und pflegen Konfigurations- und Änderungsstände. Ein großer Teil der Zeit geht in Abstimmung: mit Software- und Hardwareentwicklern, mit Projektleitung, Kunden, Behörden und Zulieferern, häufig auf Englisch. In Integrations- und Testphasen verlagert sich die Arbeit ins Labor, in Prüfstände oder auf Erprobungsgelände, Schiffe, Fahrzeuge oder Flugplätze. Dann können Dienstreisen, mehrtägige Kampagnen und längere Arbeitstage anfallen. Vor Meilensteinen, Kundenabnahmen und Zulassungsprüfungen entsteht Termindruck. In sicherheitskritischen Branchen gelten strenge Normen und Dokumentationspflichten, im Verteidigungsbereich zusätzlich Geheimschutzauflagen, die mobiles Arbeiten einschränken können. Abseits der Testphasen sind Gleitzeit und teilweises Homeoffice verbreitet, Schichtarbeit ist selten.

Perspektiven

Der Bedarf an Systemingenieuren ist hoch, weil technische Systeme immer stärker vernetzt sind und Software einen wachsenden Anteil hat. Gefragt sind sie in der Luft- und Raumfahrt, der Verteidigungsindustrie, im Automobil- und Bahnbereich, in der Medizintechnik und bei Ingenieurdienstleistern. Mit Erfahrung führt der Weg zum Systemarchitekten, Leiter der Systemintegration, technischen Projektleiter oder Chief Engineer. Weiterbildungen in Requirements Engineering, modellbasiertem Systems Engineering oder funktionaler Sicherheit verbessern die Chancen. Auch öffentliche Auftraggeber wie Bundeswehrverwaltung und Forschungseinrichtungen stellen Systemingenieure ein.

Mit Schwerbehinderung in diesem Beruf

Die Kernarbeit ist geistige Arbeit am Rechner und im Gespräch. Körperlich schwere Tätigkeiten sind die Ausnahme. Zu den Anforderungen, die mit einer Behinderung zählen, gehören lange Bildschirmzeiten, viele Besprechungen und Telefonkonferenzen, Termindruck vor Abnahmen sowie Reisen zu Kunden und Testorten. Bei Erprobungen kann es nötig sein, in Fahrzeuge, Schiffe oder Technikräume zu steigen, lange zu stehen oder bei Lärm und Witterung zu arbeiten. In vielen Teams lässt sich diese Feldarbeit so verteilen, dass Kolleginnen und Kollegen vor Ort messen, während die Auswertung am Arbeitsplatz erfolgt. Hilfreich sind ergonomische Arbeitsplätze, große Monitore oder Vergrößerungssoftware, Screenreader, Sprachausgabe, Hörtechnik für Besprechungen und Untertitel in Videokonferenzen. Das Integrations- bzw. Inklusionsamt fördert technische Arbeitshilfen und Arbeitsassistenz. Ein Führerschein wird nicht immer verlangt, erleichtert aber Fahrten zu Testgeländen. Bei Sicherheitsüberprüfungen spielt eine Schwerbehinderung keine Rolle.

Dieses Berufsprofil hat ein Sprachmodell (Claude) aus den Stellenanzeigen des Portals und allgemein zugänglichem Wissen erstellt. Es ersetzt keine persönliche Beratung, etwa durch die Agentur für Arbeit oder das Integrations- bzw. Inklusionsamt.