Aktuelle Stellen: Gerontopsychiatrische Fachkraft

Was macht man in diesem Beruf?

Gerontopsychiatrische Fachkräfte pflegen und begleiten ältere Menschen mit psychischen Erkrankungen. Im Mittelpunkt stehen Demenzerkrankungen, daneben Depressionen, Angststörungen, Wahnerkrankungen, Suchterkrankungen im Alter und akute Verwirrtheitszustände. Sie beobachten Verhalten und Befinden genau, erkennen Veränderungen und leiten daraus pflegerische Maßnahmen ab. Dazu gehören Methoden wie Validation, Biografiearbeit, basale Stimulation und eine gezielte Gestaltung der Umgebung. Herausforderndes Verhalten wie Unruhe, Rufen, Weglaufen oder Abwehr sollen sie verstehen und deeskalierend darauf reagieren. Häufig sind sie Ansprechpartner für Kolleginnen und Kollegen, leiten Fallbesprechungen und beraten Angehörige und Betreuer.

Arbeitsalltag

Die meisten Fachkräfte arbeiten in Pflegeheimen, oft auf beschützenden oder speziellen Wohnbereichen für Menschen mit Demenz, außerdem in gerontopsychiatrischen Stationen von Kliniken, in Tagespflegen und ambulanten Diensten. Der Tag umfasst Grundpflege und Behandlungspflege, Medikamentengabe, Gespräche, Tagesstrukturierung und Beschäftigung sowie Pflegeplanung und Dokumentation. Hinzu kommen Abstimmungen mit Ärztinnen und Ärzten, Therapeuten, Sozialdienst und rechtlichen Betreuern, etwa zu freiheitsentziehenden Maßnahmen oder Medikation. Gearbeitet wird in der Regel im Schichtdienst mit Früh-, Spät- und teils Nachtdiensten sowie an Wochenenden und Feiertagen. Die Arbeit ist körperlich fordernd durch Lagern, Transfers und viel Gehen und Stehen. Psychisch belastend sind Personalknappheit, Zeitdruck, aggressive Situationen und die Begleitung am Lebensende. Wer gerontopsychiatrisch arbeitet, braucht Geduld, Ruhe in angespannten Momenten und die Fähigkeit, sich abzugrenzen.

Perspektiven

Durch die wachsende Zahl älterer Menschen und demenzieller Erkrankungen ist die Nachfrage hoch, Stellen gibt es bundesweit. In mehreren Bundesländern schreiben Heim- und Personalvorgaben gerontopsychiatrisch qualifiziertes Personal für bestimmte Bereiche vor. Mit Erfahrung sind Aufgaben als Wohnbereichsleitung, Praxisanleitung, Demenzbeauftragte, Fachberatung für mehrere Einrichtungen oder in der Qualitätssicherung möglich. Weitere Wege führen über Weiterbildungen in Palliativ Care, Pflegeberatung oder Leitung sowie über ein Pflegestudium. Auch Tätigkeiten mit weniger körperlicher Pflege, etwa in Beratungsstellen oder Pflegestützpunkten, kommen in Frage.

Mit Schwerbehinderung in diesem Beruf

Der Beruf verlangt je nach Einsatzort Heben und Bewegen von Menschen, langes Stehen und Gehen, Schichtarbeit und schnelle Reaktion in Krisensituationen. Gutes Hören und Sehen helfen beim Beobachten und in der Kommunikation, die bei Menschen mit Demenz oft nonverbal läuft. Dokumentation findet zunehmend am Bildschirm oder Tablet statt. Hilfreich sind Hebe- und Transferhilfen wie Lifter, Gleitmatten und elektrisch verstellbare Betten, die in vielen Häusern ohnehin vorhanden sind. Für die Dokumentation können Vergrößerungssoftware, Spracheingabe oder angepasste Endgeräte eingesetzt werden. Feste Schichtmodelle ohne Nachtdienst, Teilzeit oder eine Verlagerung auf Beratung, Anleitung und Tagesstruktur entlasten. Tagespflegen bieten in der Regel Arbeitszeiten ohne Nacht- und Wochenenddienste. Technische Arbeitshilfen und Arbeitsassistenz fördert das Integrations- bzw. Inklusionsamt, bei Einstellung kann die Agentur für Arbeit einen Eingliederungszuschuss zahlen. Schwerbehinderte Beschäftigte können Freistellung von Mehrarbeit verlangen und haben Anspruch auf Zusatzurlaub. Nach längerer Krankheit greift das Betriebliche Eingliederungsmanagement.

Dieses Berufsprofil hat ein Sprachmodell (Claude) aus den Stellenanzeigen des Portals und allgemein zugänglichem Wissen erstellt. Es ersetzt keine persönliche Beratung, etwa durch die Agentur für Arbeit oder das Integrations- bzw. Inklusionsamt.